Rheinschifffahrt versagt infolge niedrigen Wasserstandes!

In der November-Monatsversammlung des Arbeitskreises Heimatkunde (AKH)  brachten die Vorbereitungen für das Jubiläum-100 Jahreim kommenden Jahr interessante geschichtsträchtige Begebenheiten zutage.

Die Archivbetreuer Peter Pfister und Hermann Knauer  zitierten aus dem Obergünzburger Tagblatt  vom 29. November 1918, was seinerzeit, also vor 100 Jahren die Trockenheit und der außerordentlich niedrige Wasserstand der Flüsse in Verbindung mit verminderten Schiffsladungen und dem zunehmenden Kohlenmangel die Elektrizitätswerke in eine so schwierige Lage gebracht hat, dass einschneidende Einschränkungen der Stromabgabe unaufschiebbar geworden sind. In der Mitteilung im Lokalteil des Obergünzburger Tagblatts  heißt es weiter, dass von den Lech-Elektrizitätswerken in der Woche nur mehr 32 Stunden Kraftstrom bezogen werden darf. Auch die kleineren Abnehmer wie Handwerker und Haushalte müssen den Stromverbrauch drastisch einschränken, um wegen vermindernder Ladekapazität der Transportschiffe und dem dadurch entstehenden Kohlemangel ein Versagen der Elektrizitätsversorgung zu verhindern. Die Geschichte der damaligen Transportprobleme durch Niedrigwasser wiederholt sich heute im Jahre 2018 nach dem sogenannten Jahrhundertsommer gleichermaßen und trägt durch Einschränkung der Ladekapazitäten in der Schifffahrt, so Hermann Knauer zu Preiserhöhungen bei Kraftstoff, Gebrauchsgütern und Lebensmitteln bei. Die Wiedergabe verschiedener Lokalberichte aus dem Obergünzburger Tagblatt der vergangenen einhundert Jahre 1918 – 2018, als auch die Aufzeichnungen des früheren Heimatlervereins, heute Arbeitskreis Heimatkunde (AKH) , werden in der älteren Bevölkerung im Günztal sicher viele Erinnerungen wachrufen und bei der jungen Generation vielleicht auch Staunen und Respekt über die Bewältigung der Geschehnisse in den Nachkriegsjahren 1914/18, aber auch in der Zeit von 1939/45 und danach auslösen.Im kommenden Jubiläumsjahr bietet der Arbeitskreis Heimatkunde vermehrte Veranstalt-ungen an. So sind Historische Führungen durch den Marktflecken, durchs Heimatmuseum, Kirchenführungen und Kirchturmbesteigungen aber auch Exkursionen über die ehemalige Römerstraße, sowie zur Hochwasserfreilegung ins Eschenloh, ins Günztal und zur Teufels-küche geplant. Auch diverse Vorträge der Allgäuer Heimat Akademie sind vorgesehen, wie auch Leseabende. Zudem sollen auch die Videofilme von Hermann Knauer über die Obergünzburger Handwerker aus den Jahren 1983/85 digitalisiert und der Bevölkerung vorgeführt werden.

Das umfangreiche Programm im Jubiläumsjahr soll aber auch dazu beitragen, die junge Generation für die Heimatgeschichte aufmerksam zu machen und zu interessieren.