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Offizielle Grabung

Grabung Anfang des letzten Jahrhunderts. (Bild: Archiv Alfred Koch)

Archäologie

Schatzsuche ist auch im Allgäu möglich! Mit Outdoorausrüstung, Anglerweste und Metalldedektor wird auch bei uns nach alten Schätzen gesucht. Das Abenteuer des „kleinen Mannes“ nach dem berühmten Vorbild des Indiana Jones. Interessante Gelände wie Trassen von Römerstraßen, Gräberfelder oder vermutete Siedlungsareale lassen sich über den Bayerischen Denkmal-Atlas herausfinden, der im Internet (blfd.bayern.de) veröffentlicht ist, finden.

Dazu spüren Metallsonden bis zu einer Erdtiefe von 25 cm Münzen, Hufeisen, viel Schrott und seltener sogar wertvolle Funde aus der Zeit der Römer oder Kelten auf. Danach graben die Hobbyisten das gefundene Objekt mit dem Spaten aus, um es zu behalten oder zu verkaufen.

Was viele nicht wissen: Damit ist der Tatbestand der Raubgrabung nach Artikel 1 des bayerischen Denkmalschutzgesetzes erfüllt! Jeder Eingriff im Bereich von vermuteten Bodendenkmälern und einer Schutzzone von einigen hundert Metern ist erlaubnispflichtig. Seit September 2007 wird bei bekannten Bodendenkmälern diese Erlaubnis nicht mehr erteilt. Unkenntnis können die Schatzsucher nicht geltend machen, da die betroffenen Areale im Web (siehe oben) veröffentlicht sind.

Nur wenige Fundstätten können aus Zeit- und Kostengründen von den Archäologen richtig erschlossen werden. Vielmehr sind die Profis zumeist mit Rettungsgrabungen beschäftigt, wenn beim Baustellenaushub vielversprechende Grabfunde, wie beispielsweise die Alamannen Gräber in Altdorf zum Vorschein kommen. Dann also doch besser die Profis ranlassen.

ABER: Nicht jede Benutzung von Metallsonden ist zu verurteilen. Diejenigen die weitab von bekannten antiken Arealen ihrem Hobby nachgehen, sei der Spaß gerne vergönnt. Noch besser ist, wenn sie bemerkenswerte Funde ordentlich markieren und beim Landesamt für Denkmalpflege melden. So können neue Fundorte zumindest erfasst und kartiert werden. Hand in Hand mit der wissenschaftlichen Archäologie kann sicherlich noch mancher Schatz im Allgäu gehoben werden – auch ohne Hut und Peitsche, Dr. Jones. Mit Umsicht und Rücksichtnahme ist das Wort „Denk mal! Schutz!“ wörtlich zu nehmen.

Bauernkrieg

Im Vorfeld des großen Bauernaufstandes gerieten durch Missernten und hohe Steuern die Bauern in große Not. Die Fürstäbte von Kempten, Johann von Rietheim, Rudolf von Reitnau und sein Nachfolger Sebastian von Breitenstein interessierte das schwere Los der Bauern nicht. Kaiser Maximilian I. und der Schwäbische Bund wurden von den Bauern um Hilfe gerufen. In Memmingen wurde daraufhin 1492 verhandelt und zwischen dem Fürstabt und 252 Gemeinden ein trügerischer Frieden geschlossen. Die 13. Versammlung der Bauern wurde nun am Montag nach den Heiligen Drei Königen am 9. Januar 1525 zu (Ober-) Gintzburg oder Güntzburg abgehalten und ohne Erfolg beendet. Da sich die Lage der Bauern nicht verbesserte, rotteten sie sich 1525 erneut unter Jörg Schmid, dem Knopf von Leubas zusammen. Dazu gehörte auch der (Ober-) Güntzburger Haufen, unter dem Hauptmann Ulrich Rapp, zu denen sich auch Bauern aus den umliegenden Gemeinden wie Immenthal gesellten. Am 15. März 1525 stellten die Bauern in Memmingen die 12 Artikel als erste demokratische Forderungen in unserer Region vor. Nachdem bei den Verhandlungen keine Einigung erzielt wurde belagerte der Allgäuer Haufen am 2. April 1525 Schloß Liebenthann, besetzten Kempten und eroberten Burg Wolkenberg. Der Fürstabt übergab nach neun Tagen kampflos Liebenthann, mit aller Ausrüstung den Bauern. Uneinigkeiten und Unerfahrenheit spaltete die Aufständigen, als Georg Truchseß von Waldburg mit seinem Heer und dem Schwäbischen Bund gegen die Bauern vorrückte. Nach kleineren Gefechten, wie bei Schrattenbach, zogen sich die Bauern zurück. In derFolge brannte der Truchseß 200 bäuerliche Anwesen und Dörfer nieder. Jörg Schmid und 17 Rädelsführer wurden in Bregenz eingekerkert. Lediglich Jörg Schmid und sein Vertrauter Conz Wirt wurden am 21. Januar 1526 gehenkt, die anderen konnten fliehen. Der Aufstand war gescheitert.

Exponate im Museum Obergünzburg:

Die Waffen des Bauernaufstandes: Saufeder, Hellebarde und Morgenstern. Foto: Karl Fleschutz

Kirchenmaler Johannes Kaspar

Foto: Karl Fleschutz

Johannes Kaspar

* 22. Januar 1822 in Obergünzburg; † 23. Oktober 1885

Von einem der großen Söhne Obergünzburgs jährte sich 2022 der Geburtstag zum 200. Mal.

Als Obergünzburger kommt man an dem Künstler Johannes Kaspar gar nicht vorbei. Nicht nur in der Pfarrkirche St. Martin, im Heimatmuseum oder in der Bergkirche auf dem Nikolausberg sind die Werke des Künstlers, der dem Wirkungskreis der Nazarener zugerechnet wird, präsent. Weit über die Grenzen des Allgäus und Bayerns hinaus finden seine Ölgemälde Verbreitung, ja sogar in Israel erfreuen sich die Menschen an seinen religiösen Kunstwerken.

Im Rahmen des Kaspar-Jahres 2022 veranstaltete die Marktgemeinde Obergünzburg, in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Heimatkunde verschiedenste Veranstaltungen. Von der Maiandacht mit Pfarrer Huber, über das Hochamt mit Weihbischof Dr. Dr. Anton Losinger und Kirchenchor, bis zur Ausstellung von Frau Dr. Martina Kleinert „Das göttliche Sehen“ markierten geistliche und künstlerische Eckpunkte den Jahreslauf. Mit der Vorführung des 1985 von Hans Henseler gedrehten Filmes und einem eigenen Themenabend im Gasthof Hirsch, bei dem aus Briefen des Künstlers gelesen und sein Werk auszugsweise erläutert wurde, ging ein bewegtes Jubiläumsjahr zu Ende.

Der „Heimatler“-Kalender

Seit 2015 erscheint der Jahreskalender des Arbeitskreises Heimatkunde. Erst waren es nostalgische Postkartenansichten aus dem Archiv von Herbert Wörz-Maurus, später kam das Archiv von Alfred Koch hinzu, das mit weit über 600 historischen Aufnahmen einen großartigen Fundus bildet. Das Thema für 2019 waren Luftaufnahmen aus dem Jahr 1954, die von der Marktgemeinde zur Verfügung gestellt wurden. Einen Höhepunkt stellte 2021 der Kalender Heimatbilder Obergünzburger Künstler dar. Die aktuelle Ausgabe ist dem Lebenswerk von Heimatforscher Herbert Kößler gewidmet, der sehr viele Aufnahmen und Informationen zu Obergünzburg und seinen Häusern gesammelt hat. Mittlerweile ist der Kalender fest etabliert und begleitet viele Bürger mit seinen Motiven durch das Jahr. Der Gewinn geht in die Kasse des Arbeitskreises Obergünzburg, der damit wieder Projekte wie Restaurierungen, Instandhaltungen oder Veranstaltungen bestreitet. An dieser Stelle vielen Dank an alle Kalenderkäufer und ein herzliches Dankeschön an alle Mitwirkenden, die unseren Dauerbrenner möglich machen.

Die Heimatlerkalender