Unser Neuigkeitenarchiv

Filmzeit im Hirschsaal

12. März 2026|Neuigkeiten|

„Wir Kinder des Marktes“, ist ein Film von Thorolf Lipp zur Geschichte in Obergünzburg von 1935 – 1955. Zeitzeugen erzählen direkt und emotional über die Zeit des Nationalsozialismus, des Krieges und der Nachkriegszeit. Nach der Premiere im Evangelischen Pfarrhaus findet eine weitere Vorführung im Hirschsaal am 27.03.2026, 19:00 Uhr statt. Die Veranstaltung ist eine Kooperation der Initiative Kino im Alten Rathaus und vom Arbeitskreis Heimatkunde.

Freischießen 2025

8. September 2025|Neuigkeiten|

Beim Freischießen 2025 wurde die Historische Trachtengruppe um Karl Fleschutz lautstark von „aufständischen Bauern“ unterstützt. Auf Postern  wiesen diese auf die Filmvorführung „Hoffnung auf Freiheit“ am 1. Oktober, 19:00 Uhr im Hirschsaal hin.

Peter Pfister: Ein Leben für Archäologie und für Geschichte.

4. September 2025|Neuigkeiten|

Es war ein kleiner aber ausgesuchter Kreis an Gästen, die sich im Sitzungssaal des Rathauses in Obergünzburg zusammenfanden. Der langjährige Leiter des Archivs, Grabungstechniker im Ruhestand und ehrenamtlich stark engagierte Peter Pfister, nahm am 20. März die Rainer-Christlein-Medaille vom Landesamt für Denkmalpflege entgegen. Sie ist der bedeutendste archäologische Preis Bayerns und würdigt das Lebenswerk von Pfister, der 1949 in Marktoberdorf zur Welt kam. Nach Ausbildung zum KFZ-Mechaniker und der Bundeswehr absolvierte Pfister eine dreijährige Ausbildung zum archäologischen Grabungstechniker. Von 1988 bis 2009 war er in der Archäologie der Stadt Kempten beschäftigt. Dort zählten die Grabungen im APC Park Cambodunum zu seinen wesentlichen Aufgaben sowie mittelalterliche Grabungen im gesamten Stadtgebiet. Schon früh wurde Peter Pfister Mitglied bei den Heimatlern, dem heutigen Arbeitskreis Heimatkunde Obergünzburg. Mit dem Archäologischen Arbeitskreis Allgäu bildete er ab 2009 die Feuerwehr für Notgrabungen, Entdeckungen bei Baumaßnahmen und wurde vom Landesamt für Denkmalpflege für Grabungen und Sichtungen eingesetzt, für die sonst niemand Zeit hatte oder auch die Mittel nicht vorhanden waren. Vom Landkreis Lindau bis ins Unterallgäu führten ihn und seine freiwillige Truppe die vielfältigsten Aufgaben wie zum Beispiel die Grabungen in Stölzlings, wo beim Abbruch eines Bauernhauses alte Gebäudeteile, eine „Sölde“ mit archäologischen Befunden aus dem Jahr 1467 gefunden wurden. Bemerkenswert ist, dass der Besitzer des Hofes ein Zeuge bei der Niederschrift der 12 Artikel von Memmingen im Bauernkrieg 1525 gewesen ist. Das Haus wurde geborgen und soll im Schwäbischen Freilichtmuseum Illerbeuren eine neue Heimat bekommen. Peter Pfister hat in seiner ehrenamtlichen Tätigkeit bis 2022 mit dem Archäologischen Arbeitskreis 130 Grabungen und Sichtungen durchgeführt, sowie Befunde erstellt, er war seiner Heimatgemeinde Obergünzburg immer besonders verbunden. Hier hat er Teile der Römerstraße freigelegt und eingemessen, genauso wie er bei der Renovierung des Verkündhauses die alte Wehrmauer mit einer Gebäudekammer und den alten Friedhof bei der Martinskirche, mit Skelettfund erschloss und aufzeichnete. Obergünzburgs erster Bürgermeister, Lars Leveringhaus, würdigte weiter Peter Pfisters Leistung im Gemeindearchiv, das er ab 2009 einrichtete und dessen Leiter er ab 2015 wurde. So führte er viele wertvolle Archivalien zusammen und schuf damit das Gedächtnis des Marktes, nicht nur für Historiker und historisch Interessierte. Nun ist Peter Pfister mit seinen 75 Jahren in den wohlverdienten Ruhestand gegangen, Mareike Steck tritt seine Nachfolge als Archivleiterin an. Wir danken ihm für seine langjährige, ehrenamtliche Tätigkeit und wünschen ihm viel Freude an seiner Rainer-Christlein-Medaille. MiB

Einige Fürstäbte haben im Ort Geschichte geschrieben – Das Fürstentum Kempten umfasste neben Liebenthann noch 7 Pflegeämter

2. September 2025|Neuigkeiten|

Obergünzburg (hk) Das Interesse der Besucher des Historienspiels „500 Jahre Bauernkrieg“ bei der Enthüllung der Gedenk-Stele durch den Arbeitskreis Heimatkunde Anfang Juli auf dem Obergünuzburger Marktplatz, bei dem Fürstabt Sebastian von Breitenstein 1523-1534 (gespielt von Helmut Haggenmiller) eine unrühmliche Rolle spielte, richtete sich jetzt das Interesse der Besucher im Heimatmuseums, besonders noch auf die weiteren Fürstäbte des Stiftes Kempten , die zwischen dem 15.Jahrhundert bis 1803 die Geschichte von Liebenthann und Obergünzburg mit beeinflusst haben. Hermann Knauer vom Arbeitskreis Heimatkunde AKH erinnerte dabei an die Fürstäbte, denen jeweils in Obergünzburg eine Straße gewidmet wurden. Wolfgang von Grünenstein 1534-1557 folgte Sebastian von Breitenstein, der als trefflicher Wirtschafter, so zu lesen in der Epplen-Chronik, den Wohlstand seines so schwer beschädigten Stiftes wieder herstellte. Er gründete 1551 auch das Siechenhaus in Obergünzburg. Schon einhundert Jahre zuvor regierte Fürstabt Friedrich von Laubenberg (1405-1434). Er war Benediktinerabt in Innsbruck, wurde am 6.10.1405 zum Fürstabt von Kempten gewählt und bekämpfte die unentwegten Einverleibungen vieler Dörfer und Klöster seiner nachbarlichen Vertreter  der herrschenden Oberschicht in die Fürstentümer. Er nahm zudem am Konstanzer Konzil teil und verstarb am 6.Mai 1434. Die kurze Verbindungsstraße an der Westseite der Pfarrkirche St. Martin, vom ehem. Anwesen Reichenbach zum Marktbrunnen vor dem Verkündhaus, ist ihm gewidmet   Johann von Wernau, der von 1460 -1481 regierte und die Wehrkirche St. Martin 1480 einweihte, als auch die Erweiterung der Schlossanlage  Liebenthann einleitete, verstarb am 18.Nov.1481. Ihm ist die Straße unterhalb des Wertstoffhofes, am Ortsende von Obergünzburg gewidmet. Georg von Grafenegg; er flüchtete mit seinem Kanzleipersonal im Jahre 1564 vor der Pest ins Schloss Liebenthann, stiftete im gleichen Jahr die große Kirchturmglocke nach dem großen Brand 1560 und erbaute 1570 das ebenso zehn Jahre zuvor mit abgebrannte Pflegerschloss wieder neu auf. Die oberste Straße im Burger Baugebiet ist der ehemaligen Herrschaft >Hans vom Stein

1948 hieß Freischießen noch „Obergünzburger Volksfest“ – Ab 1949 wurde das mittelalterliche Armbrustschießen wieder bewilligt

6. August 2025|Neuigkeiten|

Obergünzburg (hk) Bei der Juli-Monatsversammlung 2025 des Arbeitskreises Heimatkunde (AKH) erinnerten sich die Heimatler an die Neuanfänge des Obergünzburger Volksfestes nach dem Zweiten Weltkrieg. Das Wort „Freischießen“, seit mehr als 300 Jahren unter diesem Namen geführt, verdankt seine Entstehung dem Fürstabt Eucharius von Wolffurt (1616-1631), der im Herbst jeden Jahres ein Schießen gab, zu welchem er Pulver und Blei stiftete. Nachdem während der Kriegs- und Nachkriegsjahre 1939 bis zur Währungsreform, kein Schützenfest stattfinden konnte, hat die Marktgemeinde Obergünzburg, entsprechend des Obergünzburger Anzeigenblattes Nr.35 im Jahre 1948 erstmals wieder zu einem „Volksfest“ eingeladen. 1945-48 durfte der Ausdruck „Freischießen“ nicht verwendet werden, da sämtliche Schießbelustigungen bis dahin untersagt waren. Umso bedeutsamer war die Tatsache, dass 1949 mit der Bewilligung eines mittelalterlichen Armbrustschießens die Bezeichnung „Freischießen“ wieder gestattet wurde. 1951 begann dann bei der Hinteren Post wieder der Schießsport. Die Wiederkehr des Schützenfestes wurde seinerzeit vor 76 Jahren beim ersten Festzug durch den Markt mit dem Einzug des Fürstabtes von Wolffurt gebührend gefeiert. Die Wappenträger gehen dem Hohen Herrn voraus. Ihm folgten die vier Edlen der ehemaligen Schlösser, die Herren von Ronsperg, von Stein, von Thingen (Unterthingau), von Rechberg zu Liebenthann mit ihrem Gefolge. Fanfarenbläser zu Pferd an der Spitze des Zuges, die Standarte des Marktes, die berittenen bayerischen Postillione, der Fahnenschwinger und die Musikkapellen haben dem festlichen Zug einen gehobenen Rhythmus verliehen. Einer Schützengruppe mit der Fahne von 1848 mit Schützenliesl und Schützenkönig folgten die Trachten der Heimatvertriebenen und einheimische Trachtenvereine bildeten den Schluss des Festzuges, der beginnend vom Gasthaus Schwanen – Entenmoos – Kemptener Straße – Gutbrodstraße. – Oberer Markt zurück über den Marktplatz zur Rößlewiese führte. Dort wurden alle Zugbeteiligten und die Bevölkerung von den Musikkapellen aus Ober- und Unterhingau, Aitrang und Obergünzburg mit einem Konzert im Zusammenklang veranstaltend empfangen. Obwohl das Freischießen ohne Stutzen und ohne Pulver und Knall ausgetragen wurde, so konnten die Schützen mit Pfeil und Bogen ihre Treffsicherheit auf die Scheibe beweisen. Nicht minder im Eifer war das „Geisbockstechen“ mit der Lanze und verdeckten Augen gefragt, oder das Werfen der Bälle auf die aufgetürmten Konservenbüchsen um sie herunterzuschmettern. Gleichzeitig mit dem Fest auf der Rößlewiese spielte sich auf dem Marktplatz ein frohes Festtreiben ab. Im Mittelpunkt lockte der Glückshafen mit schönen Gewinnen zum Loskauf und neben der Schiffschaukel für die jungen Burschen horchten besonders die Kinder während dem Ballspielen, Sackjucken, oder Wurstschnappen, dem Spiel der Drehorgel zu. Ebenso gab es Trachtentänze auf dem Marktplatz und im Hirsch- und im Bärensaal wurde zum Tanz aufgespielt. Leider konnten anlässlich des ersten Freischießens in der Mädchenschule nur wenige Teile der verborgenen Nauer`schen Sehenswürdigkeiten aus der Südsee im Dachgeschoß, als auch von der Johannes Kaspar-Bilder besichtigt werden, da die Räumlichkeiten während des Krieges als Lazarett dienten und die erforderliche Neugruppierung als Museum mit Rücksicht auf die finanzielle Lage des Marktes seinerzeit nicht möglich war. Bild: Die wöchentlich erschienenen Obergünzburger Anzeigen-Blätter von 1948 /49 vermitteln eindrucksvoll das Geschehen der Nachkriegszeit in Obergünzburg und den umliegenden Gemeinden. Bild: Entenmoos im Zentrum des Marktes in den Nachkriegsjahren 1948 Fotos: Hermann Knauer (Archiv)

Aufgebrachte Bauern vertreiben Fürstabt – Stelenenthüllung mit Eklat

1. August 2025|Neuigkeiten|

Der Arbeitskreis Heimatkunde Obergünzburg hatte zur feierlichen Enthüllung einer Gedenkstele  auf dem Obergünzburger Marktplatz eingeladen. In Erinnerung an 500 Jahre Bauernkrieg war auch der Fürstabt Sebastian von Breitenstein (gespielt von Helmut Haggenmiller) eingeladen. Dieser kam jedoch nicht alleine sondern mit drei bewaffneten Landsknechten und forderte von „ den Bauern, dem anwesenden Gesindel und dem undankbaren Eigenvolk die Ehrerbietung und Huldigung seiner Person“.  Aus dem Volk des zeitgleich stattfindenden Wochenmarktes kam jedoch Unmut auf. Die mit einfachen Werkzeugen bewaffneten Bauern liesen sich das nicht gefallen . „Baura, standet auf für uier Recht! Land it luck!“ wurde als Parole gegen den Fürstabt, der zwischenzeitlich  in Unterzahl war, ausgegeben. So blieb ihm nichts anderes übrig als zu fliehen und sich in den Schutz von seiner Feste Liebenthann zurück zu ziehen. In der Zwischenzeit hatten die Mitglieder vom Arbeitskreis Heimatkunde für die aufständischen Bauern vom „Gintzburger Haufen“ wie auch für alle anwesenden Wochenmarktbesucher ein typisches Baura-Musmehl gekocht und zum Probieren verteilt. Nach diesem Zwischenfall  begrüßte Michael Brust als Sprecher vom Arbeitskreis Heimatkunde alle Besucher, dankte für Ihr Kommen und das Interesse zur Erinnerung an 500 Jahre Bauernkrieg 1525-2025.  Besonderer Dank ging an die Steinmetzfamilie Rudolph welche die Inschrift dazu anfertigte und an all die Helfer, welche das ganze Jahr über die Feierlichkeiten begleiteten. Bürgermeister Lars Leveringhaus erläuterte in seiner ausführlichen Begrüßung die geschichtlichen Hintergründe dieser schrecklichen Zeit, der Not und dem Elend, verursacht von einem Empathie losen Fürstabt. Gemeinsam mit dem Sprecher vom Arbeitskreis Heimatkunde darauf wurde die Stele enthüllt. Diese enthält auch eine QR-Code, über den weitere Informationen zu diesem Erinnerungsort und den anderen Gedenkstellen im Allgäu zu erhalten sind. Vom Heimatbund Allgäu,  dem Dachverband der Allgäuer Heimatvereine, sprach dessen Vorstand Karl Milz von der Entwicklung des überregionalen Projektes Courage, der Entstehung der Demokratie und der großen Gefahr, wie schnell so etwas verloren gehen kann.  „Nur mit genügend Eigenverantwortung kann das erhalten werden“, so Karl Milz und dafür müssen wir selbst etwas tun. Die Kreisheimatpflegerin Rita Nett sprach von 13 Erinnerungsstelen, welche allein im Ostallgäu zur Andenken für diese Zeit erstellt wurden. Die Entstehung von dem Buch „Der Bauernkrieg im Ostallgäu vor 500 Jahren“,  war ein weiterer Meilenstein in der Fortschreibung der Geschichte vom Ostallgäu. In diesem  wissenschaftlich fundierten Werk werden neueste, unter anderem noch nie veröffentlichte Erkenntnissen publiziert. „Erinnert Euch immer daran, was vor 500 Jahre für die Freiheit gemacht wurde, welche wir heute haben“ , so die Kreisheimatpflegerin. Bild: Stelenenthüllung mit  den Darstellern vom „Gintzburer Haufen“, der Kreisheimatpflegerin Rita Nett, dem Sprecher vom Arbeitskreis Heimatkunde Obergünzburg Michael Brust, dem Fürstabt Sebastian von Breitenstein (Helmut Haggenmiller), Bürgermeister Lars Leveringhaus und der Vorsitzende vom Heimatbund Allgäu, Karl Milz. Bild: Inschrift Stele Obergünzburg zur Erinnerung an den Aufstand und den Bauernkrieg 1525 Bild: „Gintzburger Haufa“ im Kampf gegen die Landsknechte vom Fürstabt Sebastian von Breitenstein Vorankündigung: Filmvortrag „Hoffnung auf Freiheit“ die Bauernerhebung 1525 am 01.10.2025 in Obergünzburg, Zeit und Vorführraum werden noch bekannt gegeben.

Georg Roggenhofer – Weit über die Grenzen des Allgäu hinaus bekannter Alpinist und Panoramazeichner

21. Januar 2025|Neuigkeiten|

Der Alpinist: Georg Roggenhofer war ein zuverlässiger Bergführer in den Allgäuer Alpen. Dort gab es wohl keinen Winkel, den er nicht kannte. Mit seinen detaillierten Tourenbeschreibungen machte er sich einen Namen. Diese wurden regelmäßig in den Mitteilungen des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins veröffentlicht und dienten tausenden Bergfreunden als Grundlage für Wanderungen und Bergbesteigungen. Auf seinen Touren immer dabei waren die schweren, genagelten Bergschuhe – angesichts des zusätzlichen Gewichts der damaligen Kleidung eine körperliche Höchstleistung. In den Rucksack gehörten neben Proviant und Getränk auch Notizbuch und Stifte, nicht zu vergessen, Seil und Alpinstange. Der Panoramazeichner: Der Begriff "Panorama" wurde von einem Gelehrten aus zwei altgriechischen Worten zusammen- gesetzt: pan = alles und (h)orama = das Geschaute – also Allschau oder Rundsicht. Ergänzend zu seinen Artikeln in alpinen Fachzeitschriften und der Lokalpresse fertigte Georg Roggenhofer unzählige Panoramazeichnungen der herrlichen Alpenkette zum Mitnehmen im Rucksack an – mehrere Meter lang und ergänzt durch Faltpanoramen. Jedes Detail wurde von dem geübten Zeichner festgehalten. Rundpanoramen, zum Beispiel von der "Schlicke", ermöglichten es dem Bergsteiger, die vielen Gipfel und ihre Namen zu erkennen. Seine Panoramen wurden vielfach ausgestellt und von zahlreichen Betrachtern bewundert. Der Färber und Stoffdrucker: Färbermeister waren Fachleute mit einer spezialisierten Ausbildung in Textil- und Färbetechnik. Neben der Theorie waren praktische Erfahrungen mit Färbeprozessen und Kenntnisse über die verschiedenen Textilarten und Farbstoffe von entscheidender Bedeutung. Ein Beruf, der Fachwissen mit künstlerischen Fähigkeiten verband. Für den Stoffdruck wurden anfänglich reine Holz-Model verwendet. Allerdings gab es hier oftmals Probleme mit den dickflüssigen Farben aus Leim oder Firnis. Diese zogen kaum in das Gewebe ein und fühlten sich meist hart an. Zudem wurden die Farben mit der Zeit stumpf und brüchig, da die Verdünnungsmittel fehlten. Erst mit Hilfe von Metallstiften wurde es möglich, feinere Muster mit geringerem Farbauftrag herzustellen. Viele Druckstöcke, die sogenannten "Model", sind erhalten geblieben und noch heute im Obergünzburger Heimatmuseum zu sehen. Roggenhofer verdiente seinen Lebensunterhalt als letzter Färber und Stoffdrucker in seinem Geburtsort und führte die Färberei seiner Familie in der vierten Generation. Sein Wohnhaus "An der Färbe 1" war ein bedeutendes, imposantes, historisches Gebäude im Markt Obergünzburg. In den langen Gängen des Obergeschosses wurden Stoffbahnen und Tücher getrocknet. Früher wurden nur Leinenstoffe, später auch Baumwollstoffe zum Färben und Bedrucken verwendet. Leider fiel die "Färbe", dieses große, stattliche und mit viel Holz erbaute Gebäude, 1998 einem Großbrand zum Opfer. Der Mensch: Georg Roggenhofer wurde am 22. Juli 1859 als Sohn des Färbers Jakob (1817–1884) und dessen Frau Theresia (1826–1906) in Obergünzburg geboren und starb am 7. März 1924. Der Obergünzburger Heimatforscher Herbert Kößler beschreibt ihn so: „Wenn immer die Sprache auf seine geliebten Heimatberge kam, ist dem sonst so stillen und oft wortkargen Georg Roggenhofer das Herz aufgegangen; da begann er zu erzählen von dem Schönen und dem Interessanten, das er gesehen hat. Es war wohl der wunderbare Blick auf die Alpenkette, wie ihn die Höhen bei Obergünzburg gewähren, der in ihm den Gedanken auftauchen ließ, dieses Panorama mit dem Stift festzuhalten. Er war kein Fachmann, hatte wenig Berührung mit wissenschaftlichen Kreisen, dennoch weisen seine Aufnahmen Sicherheit, Plastizität der Zeichnung und vor allem Verlässlichkeit der Bestimmungen der Berggipfel auf. Er war stets daran zu verbessern und zu vervollkommnen. Selbst als sein Augenlicht nachließ und ihm die Zeichenarbeit erschwerte, sollte die Neuauflage seiner Panoramen größtmögliche Verlässlichkeit bieten. Einfach und schlicht uneigennützig war er bis in seine letzten Tage der Sache der Heimat- und Bergfreunde verbunden.“ Im Jahresbericht der Sektions-Hauptversammlung vom 16. Dezember 1924 in Füssen heißt es: „Bei den Toten des Jahres 1924 darf ich auch eines Mannes nicht vergessen, der zwar nicht Mitglied unserer Sektion war, aber doch seit Jahrzehnten als ihr guter Freund galt und ihr mit regem Interesse zugetan war. Es ist dies Herr Georg Roggenhofer, Färbermeister aus Obergünzburg, der still und anspruchslos, wie er gelebt, im März 1924 verschied. Der Verstorbene, der ein begeisterter Bergsteiger und Naturfreund der alten Schule war, verfasste viele Aufsätze über unsere Arbeitsgebiete, er war Mitarbeiter von Grubers Führer von Füssen und Umgebung und insbesondere Schöpfer prächtiger Rundsichten von Säuling, Schlicke und Thaneller. Berg Heil!“ Andreas Sollner, 1. Vorstand. Ein zuverlässiger Erklärer der unzähligen Berggipfel ist vor 100 Jahren gestorben. Karl Fleschutz, Arbeitskreis Heimatkunde Obergünzburg Bild: Georg Roggenhofer Bild: Repro Karl Fleschutz Panorama vom Hohen Licht von Georg Roggenhofer Bild: Repro Karl Fleschutz Eine der seltenen Aufnahmen von Georg Roggenhofer bei der Aufzeichnung von Notizen, im Hintergrund unscharf eine Bergkette.

Obergünzburger bei den Bauernkriegen

21. Januar 2025|Neuigkeiten|

Warum es 1525 auch im Günztal zu Aufständen kam, die brutal niedergeschlagen wurden. Die Freiheitsrechte, um die es damals ging, sind heute so aktuell wie vor 500 Jahren     kfl. Weshalb wird das Jubiläumsjahr 2025 zum Bauernkrieg so groß begangen? Weil der Anspruch auf Freiheitsrechte dort erstmals in den 12 Memminger Artikeln schriftlich niedergelegt wurde und Freiheitsrechte in unserer Welt bis heute nicht selbstverständlich sind. Wir wollen nicht nur an die erst geduldigen und dann wütenden Bauern erinnern, sondern uns auch ins Gedächtnis rufen, dass wir immer für die Werte und Rechte unserer demokratischen Grundordnung eintreten müssen, da diese nicht selbstverständlich sind. Die Unruhe der Bauern begann schon viel früher, bereits 1489, als Teuerung und Steuerlast die Bauern in eine Hungersnot trieb. Es gab sehr viele Bemühungen, mittels Verhandlungen eine bessere Lage der Bauern zu erreichen, doch weder Kaiser noch der Schwäbische Bund oder gar der neue Fürstabt Sebastian von Breitenstein wollten Abhilfe schaffen. Im Gegenteil, von Breitenstein verschärfte die Leibeigenschaft. Das bedeutete, der Leibeigene war an sein bewirtschaftetes Gut gebunden, durfte ohne herrschaftliche Erlaubnis nicht wegziehen und galt als Eigentum des Herrn, Er konnte verkauft, getauscht oder verschenkt werden. Er durfte gezüchtigt und bestraft, jedoch nicht getötet oder verstümmelt werden. Ehen waren mit einer Heiratsabgabe belegt, beim Tod wurden ebenfalls besondere Abgaben fällig, beispielweise das beste Stück Vieh aus dem Stall oder bei Frauen das beste Gewand. So kam es im Jahr 1525 zum bewaffneten Aufstand der Bauern. Auch Obergünzburg führte Beschwerde gegen den Fürstabt, weil er die Gerichtbarkeit, kaiserliche Freiheitsbriefe, sowie Handwerksrechte an sich zog um sie gegen Bezahlung zurück zu leihen (Lehen). Obergünzburger Haufen war sehr aktiv. Am 9. – 14. Januar 1525 verhandelten in Obergünzburg die Bauern und die Vertreter des Fürstabtes Sebastian von Breitenstein, wobei sich die Partei des Fürststiftes in keiner Weise einsichtig oder kompromissbereit zeigte. Ende Februar 1525 hatte sich in Obergünzburg ebenfalls ein Bauernhaufen unter dem Hauptmann Ulrich Rapp gebildet. Abt Breitenstein flüchtete sich am 26. Februar 1525 auf die Feste Liebenthann. Am 27. Februar 1525 wurden die Bauern in Liebenthann vorstellig, der  Fürstabt verweigerte alle Verhandlungen und drohte mit einem Blutbad. So kam es zu Zusammenrottung und Bündnisse der Bauern, sowie zum bewaffneten Aufstand. In Baisweil versammeln sich die Bauern des Klosters Irsee, die Bauern der Herrschaften Stein und Ronsberg und schließen sich am 15. März 1525 dem Obergünzburger Haufen an. Kloster Irsee wird von dem Obergünzburger Haufen unter Hauptmann Ulrich Rapp am 5. und 6. Mai 1525 das noch von Mönchen bewohnte Kloster geplündert. Schon am 2. April ziehen die Obergünzburger vor die Festung Liebenthann, der Burg des Fürststiftes Kempten. Am 8. – 9. April belagert auch Jörg „Knopf“ von Leubas mit seinem Haufen die Burg Liebenthann und schnitten das Trinkwasser ab. Es folgt die Fehdeansage durch die Bauern am 9. April. Liebenthann fällt Am 10./11. April 1525 übergibt der Fürstabt kampflos die Burg Liebenthann, die im Anschluss durch die Bauern geplündert wird. Hier fiel ihnen reiche Beute in Höhe von 60.000 fl zu, die sie teilweise für den Krieg verwendeten, andererseits auch einfach verprassten. So gut wie mittellos kehrte der Abt zurück nach Kempten und musste dem „Großen Kauf“ zustimmen, damit war Kempten nun eine „freie Reichsstadt“. Am 12. Juni 1525 hielt der Bundeskommandant Diepold von Stein die Lage in Memmingen als beruhigt an und wollte wieder abziehen. Er konnte die Stadt jedoch nicht verlassen, weil diese von den Bauern des Allgäuer Haufens, allen voran der Obergünzburger Haufen unter Ulrich Rapp und Bauern aus dem Mittelschwäbischen , umschlossen war. Auch hier wurde wieder begonnen, die Stadt auszuhungern indem man die Wasserversorgung abzuleiten begann. Nach der abgebrochenen Belagerung von Memmingen versuchten am 03. Juli die Hauptleute der Obergünzburger sogar bei Georg von Frundsberg um Vermittlung beim Truchsessen. Als Antwort schickte dieser den Fehdehandschuh.  Am 09. Juli wollte sich der Allgäuer Haufen bei Obergünzburg sammeln um dem Aufmarsch des Bundesheeres abzuwarten. Doch dann wurde Leubas als günstigerer Standort auserwählt. So standen am 14. Juli etwa 23.000 Allgäuer etwa 3000 Landsknechten dem unter dem Kommando des Truchsessen von Waldburg mit den Truppen des Jörg von Frundsberg dem Heer der Bauern gegenüber. Schlacht bei Leubas Bei dieser Übermacht waren die Würfel schon gefallen. Trotz zahlenmässiger Übermacht waren die kampferprobten Truppen des „Bauernjörgs“ und des „Frundsbergers“ den Bauern weit überlegen. Es kam nicht zur Feldschlacht, die Bauernhaufen hatten sich in der Nacht aufgelöst und waren nach Hause entflohen. Ob aus Verpflegungsmangel- und/oder Munitionsmangel oder wegen geheimer Verhandlungen  einiger Bauernführer mit Frundsberg, bleibt nicht geklärt. Auch von Bestechung ist die Rede. Geschützmeister sollen die Pulvervorräte angezündet haben? Nur eine Abteilung unter Jörg Schmid, genannt >Knopf

Gibt es noch eine Allgäuer Baukultur?

29. April 2024|Neuigkeiten|

Der Arbeitskreis Heimatkunde Obergünzburg hatte zu dem Vortrag über „Ländliche Architektur“ den renommierten Architekten und Städteplaner Franz G. Schröck vom Architekturform Allgäu als Referenten gewinnen können.

Gutbrod Denkmal beschädigt!

7. November 2022|Allgemein|

Leider wurde das Gutbrod-Denkmal schon wieder beschädigt. Diesmal wurde mit blauer Lackfarbe der Stein besprüht, die Relieftafel verschmiert sowie die Bank beschädigt...

Ein Leben für die Kunst

21. Oktober 2022|Allgemein|

Zum Abschluss des „Kasparjahres“ veranstaltete die Marktgemeinde Obergünzburg in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Heimatkunde einen...

Neue Haustafeln

11. April 2022|Allgemein|

Viele Regionen und Gemeinden im Allgäu schließen sich zu Interessengemeinschaften zusammen und erstellen zum Beispiel einheitliche Skipässe, Wander- und Radwegbeschilderungen oder auch spezielle...

Exkursion zur Rohrhalde

28. Februar 2022|Exkursionen|

Unsere Exkursion am 25. September 2021 zur Rohrhalde, nördlich von Ronsberg. Mit einundzwanzig Teilnehmern erkundete der Arbeitskreis Heimatkunde die...

Gutbrod Denkmal restauriert

22. Februar 2022|Neuigkeiten|

Obergünzburg, kfl. Leider wurde das für den Geistlichen Rat Franz Xaver Gutbrod (1841-1913) von der Heimatlergemeinde Obergünzburg errichtete Denkmal beschädigt...

Flurkreuz in neuem Glanze

22. Februar 2022|Neuigkeiten|

Obergünzburg/Willofs, kfl. Auf die Initiative der Familien Alfred Jörg und Thomas Wagner wurde das Flurdenkmal am Ortsende von Willofs...