Mit Alfred Koch verliert das Allgäu einen leidenschaftlichen Heimatforscher, Burgenexperten und geschätzten Wegbegleiter. Er verstarb im Alter von 75 Jahren nach langer Krankheit in Buchenberg.

Der gebürtige Obergünzburger entdeckte schon früh seine Begeisterung für Fotografie, Natur, Tiere und die Geschichte seiner Heimat. Nach seiner Ausbildung arbeitete er zunächst im elterlichen Fotogeschäft in Obergünzburg, bevor er beruflich neue Wege einschlug und zur „Archäologischen Abteilung“ der Stadt Kempten wechselte. Dort arbeitete er unter Dr. Gerhard Weber am Aufbau der späteren Stadtarchäologie mit und leistete über viele Jahre wertvolle Grundlagenarbeit.

Mit großer Genauigkeit betreute Alfred Koch archäologische Funde, Fachbibliotheken und das stetig wachsende Bildarchiv. Als gelernter Fotograf dokumentierte er zahlreiche historische und archäologische Stätten im Allgäu. Besonders seine Luftbildarchäologie führten immer wieder zur Entdeckung bislang unbekannter historischer Anlagen aus der Römerzeit und dem Mittelalter.

1985 wirkte er an der Eröffnung des ersten Abschnitts des Archäologischen Parks Cambodunum (APC) mit. Auch beim Umzug der Stadtarchäologie in den Chapuispark war seine strukturierte und verlässliche Arbeitsweise eine große Unterstützung.

Allgäuer Heimatforscher aus Leidenschaft

Seine besondere Leidenschaft galt der Burgenforschung und der Allgäuer Heimatgeschichte. 1993 wurde Alfred Koch zum Vorsitzenden des Allgäuer Burgenmuseums auf der Burghalde und rief die Reihe der „Kemptener Mittelalter Vorträge „ins Leben. Darüber hinaus war er als Autor heimatgeschichtlicher Beiträge in der Zeitschrift “ Das schöne Allgäu “ und dem „Blättle“ ( jetzt Heimat Allgäu) vom Heimatbund Allgäu bekannt.

Arbeitskreis Heimatkunde Obergünzburg

Auch dem Arbeitskreis Heimatkunde Obergünzburg ( Heimatler ) blieb er ein jahrzehntelang eng verbundenes Mitglied. Viele seiner Fotografien und sein umfangreiches Wissen stellte er großzügig für Veröffentlichungen und Exkursionen zur Verfügung.

Alfred Koch war ein stiller, gewissenhafter  Mensch mit großer Leidenschaft für die Geschichte des Allgäus. Seine feinsinnigen Gedichte, sein Humor und seine ruhige Art werden vielen unvergessen bleiben.

Karl Fleschutz